Über mich

Mein Interesse galt schon seit ich denken kann Tier und Natur. Daher habe ich mich nach dem Abitur dafür entschieden, ein naturwissenschaftliches Fach zu studieren. Mit Tieren musste es etwas zu tun haben, um in der Materie zu bleiben. Die Wahl fiel auf den Studiengang Agrarbiologie, der in Deutschland nur an der Universität Hohenheim gelehrt wird. Im Rahmen dieses Studiums habe ich mich auf die Fachrichtung Zoologie und Nutztierbiologie spezialisiert und bin im Jahr 2007 durch Lehrveranstaltungen in dieser Vertiefungsrichtung auch das erste Mal mit den Bienen in Kontakt gekommen.

Schnell war das Interesse geweckt und die Faszination Honigbiene hat mich mehr und mehr eingenommen. Wie viele angehende Imker stand auch ich vor der Frage „Wie steigt man am besten ein?“. Ich hatte weder einen Standplatz noch einen Imkerpaten, der mir bei meinen ersten imkerlichen Gehversuchen unter die Arme greifen konnte.

Durch glückliche Umstände geriet ich an einen kompetenten Imker direkt vor Ort, der mir auch prompt zu meinen ersten beiden Völkern verhalf und einen vorübergehenden Standplatz gleich mit dazu organisierte. Derart ins kalte Wasser geworfen, begab ich mich auf unbekanntes Terrain und begann also meine ersten Bienenvölker zu betreuen.

Im darauffolgenden Jahr beschloss ich einen vierwöchigen Bienenkurs an der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim zu besuchen, da sich im Laufe der Zeit doch mehr Fragen stellten als die Literatur mir beantworten konnte. Im Kurs bekam ich einen tieferen Einblick sowohl in die Theorie als auch in die praktische Imkerei.

Nach Kursende war für mich die Entscheidung klar; meine Diplomarbeit werde ich auch im Bereich der Bienen ablegen. Und so geschah es, seit Mai 2008 bin ich nun Mitarbeiter an der Landesanstalt für Bienenkunde in Hohenheim. Neben erfahrenen Kollegen wie Dr. Gerhard Liebig, konnte ich zu dieser Zeit gerade zum Einstieg in die Imkerei sehr viel mitnehmen. Zwischenzeitlich habe ich das Studium als Diplom Agrarbiologe erfolgreich abgeschlossen und mich dazu entschieden, an der Landesansalt zu promovieren. Versuchsbedingt betreue ich an der Universität Hohenheim ca. 20 weitere Bienenvölker um Wechselwirkungen von Bienenkrankheiten mit Umweltfaktoren, Pflanzenschutzmitteln und Varroaziden zu beobachten.

„Erfahrung ist durch nichts zu ersetzten“ – nach diesem Motto versuche ich mir so viel Wissen, Tricks und Handgriffe im Umgang mit den Bienen anzueignen, dass ich meine eigenen Völker bienengerecht und nachhaltig führen kann. Für mich ist es wichtig, sich mit seinem Handeln identifizieren zu können und sich auch interdisziplinäre und übergreifende Sichtweisen gerade im Umgang mit der Natur zu bewahren. In der Haltung von Honigbienen sehe ich für mich, in Zeiten von Monokulturen und intensiver Landwirtschaft, einen aktiven Beitrag zum Erhalt des Artenreichtums, der Kulturlandschaft und dem Schutze der Umwelt.